„Satt ist nicht genug“ Brot für die Welt eröffnet neue Spendenaktion

Unter dem Motto „Satt ist nicht genug! Zukunft braucht gesunde Ernährung“ beteiligen sich auch die Gemeinden aus dem Ev.-luth. Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte an der diesjährigen Spendenaktion für Brot für die Welt. Bei der 57. Aktion steht das Thema Mangelernährung und deren Folgen im Mittelpunkt. Traditionell ist die Weihnachtskollekte in evangelischen Gemeinden für Brot für die Welt bestimmt.


Noelia Obeso (vorn im Bild), ist Ernährungsberaterin des Brot für die Welt-Partners Diaconia. Sie berichtet in einer Schulung über gesunde und ausgewogene Ernährung. Teilnehmer sind Frauen und Männer aus der Anden-Stadt Chuquis, Provinz Huanuco, Peru.

Fotos: Brot für die Welt/Florian Kopp

Noelia Obeso (vorn im Bild), ist Ernährungsberaterin des Brot für die Welt-Partners Diaconia. Sie berichtet in einer Schulung über gesunde und ausgewogene Ernährung. Teilnehmer sind Frauen und Männer aus der Anden-Stadt Chuquis, Provinz Huanuco, Peru.

Fotos: Brot für die Welt/Florian Kopp

Die Wiederentdeckung des Wunderkorns

Peru/Huanuco: Eine einsame Gegend. Wie lebt man auf 3.300 Metern Höhe nur von dem, was die steinige Erde hergibt? Die Inkas wussten darauf eine Antwort, denn die außergewöhnliche Geografie Perus zwang sie dazu: Sie bauten auf den steilen Abhängen Terrassen und Bewässerungskanäle, züchteten Lamas und Meerschweinchen und verfeinerten durch gezielte Auswahl des Saatguts das Andengras zu Quinoa.


Die spanische Eroberung war ein traumatischer Einschnitt. Die Eroberer bereicherten sich an den Schätzen der Inkas, verboten den Anbau einheimischer Pflanzen und zwangen die unterworfenen Bauernfamilien dazu, Kühe zu halten und Weizen anzubauen. Das empfindliche Ökosystem der Anden hielt dem nicht stand, die Böden erodierten und die Andenbauern versanken in Armut.


Viele ältere Menschen auf dem Land können sich erinnern, in ihrer Kindheit Quinoa gegessen zu haben. Lange Zeit wurde die „Andenhirse“ jedoch nicht mehr angebaut, weil es für Quinoa keinen Markt gab und die nicht veredelten Wildsorten, die die spanische Conquista überlebt hatten, kaum Ertrag  brachten. Als die Mitarbeitenden der Organisation Diaconia in der Region die ersten Landwirtschaftskurse anboten, war dies für viele Kleinbauernfamilien die letzte Hoffnung, um der Armut zu entkommen. Sie lernten in den Kursen unter anderem, wie man Quinoa anbaut: Die Pflanze wird nach der Ernte getrocknet und von Hand ausgeklopft. Anschließend muss die Spreu per Hand vom Korn getrennt werden. „Der Nährwert wiegt die Mühe auf“, sagt Noelia Obeso. Doch es dauerte, bis sich die misstrauischen Bauern davon überzeugen ließen. Es war ein langer Prozess der kleinen Fortschritte und des wachsenden Vertrauens. Heute sind die Andenbauern davon überzeugt: Die Quinoa ist das wertvollste Lebensmittel der Region


Projektträger:
Diaconia ist das Sozialwerk der Ev.-luth. Kirche in Peru. Die Organisation trägt zur Bekämpfung von Armut und zu einer nachhaltigen Entwicklung bei, insbesondere in ländlichen Regionen. Das von Brot für die Welt unterstützte Projekt richtet sich an 700 Kleinbauernfamilien im Departement Huanuco. In Dörfern werden Schulungen durchgeführt, in denen unter anderem der Anbau von Quinoa gelehrt wird.

Kostenbeispiele:
-    Schulung für 25 Personen zum Anbau von traditionellen Nahrungspflanzen: 40 Euro
-    16 kg Quinoa-Samen (reichen für 4 Hektar Land): 128 Euro

 

Liebe Spender, liebe Spenderinnen!
„Fluchtursachen beseitigen. Rückführung von Flüchtlingen nach Ende des Konflikts.“


Das sind Schlagworte aus der aktuellen Diskussion über die Flüchtlingsströme. Die Arbeit von „Brot für die Welt“ trägt seit Jahrzehnten auf den verschiedenen Kontinenten dazu bei, dass Menschen nicht fliehen müssen bzw. dass sie  sich eine neue Zukunft nach ihrer Rückkehr aufbauen können. Auch durch das Projekt in Peru, das wir Ihnen hier vorstellen.

 

Unter dem Bürgerkrieg in den Jahren 1980 bis 1995 in Peru hat am stärksten die indigene Bevölkerung in den Anden gelitten. Viele haben ihre Dörfer verlassen, weil Familienangehörige Opfer geworden sind, sie danach nicht allein für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten, oder um ihr eigenes Leben fürchteten. Die traditionellen Dorfgemeinschaften wurden zerstört.

 

Meine Tochter hat in den vergangenen Jahren mehrere Monate dort verbracht und mir anschaulich davon erzählt, wie sehr die Folgen des Konfliktes immer noch die Menschen bedrängen. Der Wiederaufbau der traditionellen Landwirtschaft, damit genügend und gesunde Nahrung gerade auch für die Kinder zur Verfügung steht, die Verbesserung des Zuganges zu Bildung und Gesundheitsversorgung, all das steckt noch im Aufbau, ist aber umso notwendiger, damit nicht noch mehr Menschen in die Städte abwandern  und ist für andere die Voraussetzung, dass sie wieder zurückkehren können.


Mit Ihren Spenden im Jahr 2014/2015 in unserem Kirchenkreis haben Sie dazu beigetragen, dass Menschen weltweit in ihrer vertrauten Umgebung ein Leben in Würde ermöglicht wird und sie sich nicht auf den Weg in die Fremde machen müssen, um zu überleben. Herzlichen Dank dafür, verbunden mit der Bitte, diese Arbeit von „Brot für die Welt“ auch weiterhin zu unterstützen.

Pastorin Astrid Bunselmeyer
Beauftragte für „Brot für die Welt“ im Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte

 

Konto des Kirchenkreises Melle-Georgsmarienhütte:
Sparkasse Osnabrück - BLZ 265 501 05, KontoNr. 1633 108 459
IBAN: DE 77 26550105 1633108459

Verwendungszweck: "Brot für die Welt"

 

Lesen Sie hier: 10 Fragen und Antworten zum Brot für die Welt-Schwerpunktthema


Detail
Bild eines Chores
Musik im Kirchenkreis
Rat und Hilfe - Diakonie im Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte
Diakonie im Kirchenkreis
Besucher aus den Partnergemeinden in Südafrika zu Gast im Kirchenkreis
Partnerschaften
Zeitungskopf Stellenangebote im Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte
Offene Stellen im Kirchenkreis
500 Jahre Reformation - Region Osnabrück
500 Jahre Reformation Osnabrück
Eindrücke aus dem Kirchenkreis
  • Partnerschaftsgottesdienst
    Partnerschaftsgottesdienst
  • Open Air Gottesdienst
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  • Altarbereich
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  • Taufbecken
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