Am Samstag, 7. Februar, ordinierte Regionalbischof Friedrich Selter den Theologen Lukas Binger im Rahmen eines Festgottesdienstes in der evangelisch-lutherischen Jesus-Christus-Kirche Bad Rothenfelde zum Pastor. „Mit der Ordination ist Ihre Ausbildung abgeschlossen. Sie haben das Berufsziel, auf das Sie sich in so vielen Jahren des Theologiestudiums vorbereitet haben, erreicht. Und wir als Kirche freuen uns, dass Sie Ihre Gaben und Fähigkeiten bei uns für die Verkündigung des Evangeliums einsetzen wollen“, sagte Regionalbischof Selter in seiner Begrüßung, in der er auch allen Haupt- und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz in der Zeit der Vakanz dankte.
In seiner Predigt legte er die biblische Erzählung von Sara und ihrer Magd Hagar aus (1. Mose,16) und darin den Ordinationsvers von Lukas Binger: Du bist ein Gott, der mich sieht. „Sie wollen Ihre pastorale Existenz als einer leben, der sich von Gott gesehen weiß. Dieser Ausspruch von Saras Magd Hagar ist Ihr Ordinationsvers. Er steht in Ihren Talar gestickt und soll Sie in ihrem Dienst leiten. In der Geschichte macht dieser Blick Gottes Hagar so stark, dass sie ihren Weg weiter gehen kann. Gott ist einer der uns sieht und hört. Unser Gelingen und unser Scheitern. Von dieser Verbindung zu Gott wollen Sie den Menschen erzählen. Und als Seelsorger wollen Sie die Geschichten der Menschen hören. Als einer, der bei Gott in die Hör- und Seeschule gegangen ist. Als einer, der andere nicht bewertet.“
Lukas Binger wuchs im rheinischen Bergheim auf und studierte Evangelische Theologie in Bonn und Münster. Ergänzend erwarb er einen Bachelor in Sozialer Arbeit. Sein Vikariat absolvierte er in der St.-Katharinen-Kirchengemeinde in Osnabrück. Prägend waren für ihn offene Erfahrungen in der kirchlichen Jugendarbeit sowie ein Freiwilliges Soziales Jahr in Ghana, das ihm die Vielfalt gelebten Glaubens nahebrachte.
Seit dem 1. Februar ist Lukas Binger mit einer ganzen Pfarrstelle im Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte tätig. Neben der Gemeindearbeit für gut 2000 Menschen bedeutet das auch bewährte Kooperation in der Konfirmandenarbeit und bei großen Gottesdiensten in der Region.
„Ich bin ein hoffnungsloser Optimist“, sagt Binger mit Blick auf Kirche und ihre Zukunft. Kirche verstehe er als offenen Gemeinschaftsort, der Tradition achtet und zugleich neue Wege geht. „Kirche habe ich immer als Ermöglichungsraum erlebt, bis heute. Abseits aller Vorurteile geht so viel mit den richtigen Leuten. Und die gibt es überall“. Die Church Night in St. Katharinen beim Tag der Niedersachsen sei so eine Erfahrung gewesen, bei der Kirchenraum und Friedensorgel einfach „nur neu inszeniert“ worden seien. „Die Atmosphäre war für mich beglückend. Dass all diese Dinge möglich sind - das trägt mich.“ Die Balance zwischen Tradition und Moderne sei entscheidend und so werde er zuerst auch in Bad Rothenfelde beobachten, was alles da sei. Den Kurpark kann sich Lukas Binger zum Beispiel als Begegnungsort vorstellen. „Gottes Liebe verkündigen und anderen helfen, das gehört für Sie zusammen. So verstehen Sie auch Kirche. Gott ist einer, der uns sieht. Wer sich von Gott gesehen fühlt, kann auch Wüstenzeiten durchstehen. Lieber Herr Binger, diese gute Nachricht lohnt eine ganze pastorale Existenz. Gottes Segen dazu. Amen.“
Text: Brigitte Neuhaus
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Osnabrück